„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ (Karl Valentin)
Elf Ausstellungsorte wurden von Juni bis Ende September zur Open-Air-Galerie. So umfangreich wie nie, fand die erstmals überregional angelegte Schau den Weg in die Region und das Nachbarland. Im siebten Jahr ihres Bestehens wagte das „Kunst trifft Kohl“-Team vom Bürgerhaus Kinderhaus zusammen mit den Kooperationspartnern vor Ort ein spannendes Experiment: Die Ausstellung wuchs (eu-)regional bis hinter die holländische Grenze.
Der Versuchsaufbau orientierte sich zwar am bewährten Konzept, Kunst in Gärten auszustellen, um gegenseitige Berührungsängste zu überwinden, die Kunst zu den Menschen zu bringen und sie so in den Alltag und die Lebenswelten – zumindest für eine gewisse Zeit – zu integrieren. Zusätzlich zu den Kinderhauser Kleingärten als „Kunst-trifft-Kohl-Keimzelle“ spielten in diesem Jahr neue Orte und öffentliche Einrichtungen eine bedeutende Rolle.
Ob freie Arbeiten oder speziell zum diesjährigen GrensWerte-Motto „overhanging fruit“ gestaltete Werke: Bis Ende September zeigten die 50 Teilnehmenden aus Deutschland und den Niederlanden – eine bunte Mischung aus studierten Profi-Künstlern/-innen und ambitionierten Amateuren – ihre Arbeiten an sehr unterschiedlichen Orten.
Jede Location entfaltete dabei ihren eigenen Reiz, etwa wenn holländische Kreative ihre Werke in Kinderhauser Kleingärten präsentierten oder sich Vorgärten in Gemen und Schöppingen für einen Sommer in Open-Air-Galerien verwandelten.
Beliebte Ausflugsziele wie der Kreislehrgarten Steinfurt und das Sandsteinmuseum Havixbeck wurden zur Bühne für die Bildhauerei auch über den traditionellen Baumberger Sandstein hinaus. Selbst im scheinbar elitären Ambiente des Golfclubs Wilkinghege ließen sich avantgardistische Kunstwerke entdecken. Grenzüberschreitend zeigten deutsche Künstler/-innen rund um die Galerie Dynamo Expo auf der Cultuurmijl in Enschede und im Rosenhaege Winterswijk ihre plastischen Arbeiten.
Ob das ergebnisoffene Experiment gelungen ist und sich die Mosaiksteine zu einem Gesamtbild zusammenfügten, muss von den Besuchern, Mitwirkenden und Organisatoren entschieden werden.
Das Projekt, das 2005 aus der Taufe gehoben wurde, wurde auch im Jahr 2011 von einem Team betreut. Die Kunsthistoriker Dr. Annette Georgi und Dr. Roland Seim waren maßgeblich an der Weiterentwicklung von „Kunst trifft Kohl“ beteiligt. Sie akquirierten Partner in der Region, Künstler und Gärtner und zeichnen verantwortlich für die Auswahl der Kunstwerke und das Rahmenprogramm. Dr. Annette Georgi (Jg. 1969) ist promovierte Kunsthistorikerin und kehrte im Anschluss an berufliche Wanderjahre nach Münster zurück. Bereits 2008 und 2010 war sie für den erfolgreichen Verlauf der Skulpturenausstellung „Kunst trifft Kohl“ verantwortlich. 2009 war sie Mitglied der Fachjury für die Kinderhauser Skulpturenpreise. Dr. Roland Seim (Jg. 1965) aus Münster ist Kunsthistoriker (M.A.) und Soziologe (Dr. phil.). Heute arbeitet er selbständig als Verleger (www.telos-verlag.de), Autor und Lektor. 2010 war er in der Fachjury für die Kinderhauser Skulpturenpreise und hielt die Laudatio.

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